X-Berger Wohnverwandtschaften

X-BERGER WOHNVERWANDTSCHAFTEN

Ein Wohnprojekt für bezahlbares, gemeinschaftliches, generationenverbindendes, solidarisches Wohnen zur Miete

Wir, die Mitglieder der 2014 gegründeten Kreuzberger Wohnverwandtschaften, sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte und überwiegend im Kreuzberger Südwesten zu Hause. Unseren Namen „X-berger Wohnverwandtschaften“ wählten wir, um über die Wohn-gemeinschaft hinaus auf eine angestrebte Lebensgemeinschaft hinzudeuten, die für uns mit Verbindlichkeit, gegenseitiger Verantwortung und Hilfe im Alltag und einem Maß an Sicherheit verbunden ist. Mit Blick auf die zunehmende Altersarmut, das geringere Rentenniveau, auf die demografische Entwicklung, auf soziale Probleme und die Verschärfungen auf dem städtischen Wohnungsmarkt sehen wir uns mit unserem Projekt als VertreterInnen einer zukunftsweisenden Wohnform.

Wir wollen gemeinschaftlich, solidarisch, generationenverbindend und einkommensunabhängig zur Miete wohnen. Wir wollen niemanden aufgrund niedrigen Einkommens ausgeschlossen wissen oder der Verdrängung vom innerstädtischen Wohnungsmarkt ausgeliefert sehen.
Wir wollen in unserer Wohngemeinschaft nicht abgegrenzt leben, sondern Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedenen Alters – alle, die solidarisch leben möchten – mit einschließen. Wir sind offen für inklusives Leben, ressourcenschonendes und ökologisches Wohnen und einen Alltag des Teilens und Austausches. Wir möchten in unserem Tun sozialintegrativ und kulturell in die Nachbarschaft hineinwirken. Gemeinschaftliche Aktivitäten bedürfen aber einer ausreichenden Zahl von Gemeinschaftsräumen im Hausprojekt und Begegnungsräumen im nahen Umfeld.

Als konkrete Wohnform in einer Hausgemeinschaft ziehen die meisten Mitglieder getrennte Wohnungen unterschiedlicher Größe vor, einzelne aber auch WG- oder Clusterformen. Barrierearme Bauweise oder auch Barrierefreiheit sehen wir als Grundvoraussetzung für altersgemischte Gruppen. Unterschiedliche Wohnbedürfnisse und Nutzungen benötigen Flexibilität in Grundrissen und Wohnungsbaukonzepten.
Trotzdem ist noch immer das Verständnis für gemeinschaftliche Wohnmodelle zur Miete und ihre stadtpolitischen Auswirkungen gering.
Wir erwarten und wünschen uns von der Politik und Wohnungswirtschaft Berlins:

  • ein höheres Bewusstsein als bisher für die neuen gesellschaftlichen Bedürfnisse des Wohnens, vor allem der älteren Generation, sowie für die zukunftsweisenden, positiven Aspekte der gemeinschaftlichen Wohnprojekte sowie ein grundsätzliches Zusammendenken von Wohnen und Sozialem
  • eine stärkere zahlenmäßige Berücksichtigung der gemeinschaftlichen Wohnform bei der Wohnungsvergabe, Schaffung von Kontingenten in Zusammenarbeit mit der Wohnraumversorgung Berlin – AöR
  • Förderungsmöglichkeiten für Gemeinschafts-, Begegnungs- und soziale Räume
  • das gemeinschaftliche, generationenübergreifende, solidarische Wohnen zu bezahlbaren Mieten bereits in den Bauausschreibungen, -planungen und Genehmigungsverfahren als eigenes Kriterium zu installieren
  • Beratungsbeteiligung von Vertretern der Wohnprojektebündnisse im Planungs-und Konzeptstadium sowie Gremien für einen regelmäßigen Austausch vorzusehen
  • einer Verdrängung von Mieter*innen aus dem Berliner Stadtgebiet entgegen zu wirken durch die Förderung bei der Bodenvergabe, das Festlegen von Kontingenten für bezahlbaren Wohnraum, durch neue Modelle des Bauens
  • Eine flexible Anwendung der WBS-Regelung in Bezug auf gemeinschaftliches Wohnen.

Berlin, den 16.05.2018

Angela Brown und Heike Braun
Mail: x-berger-wohnverwandtschaften@outlook.de